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Bundeskulturtagung 2005


Bundeskulturtagung 2005 im Egerland Kulturhaus
Fundgrube für die Gmoiarbeit !

Bundesvüarstäiha Günther Müller eröffnete die Tagung, und hieß die in der Tat zahlreich angereisten Teilnehmer, sowohl aus Nah als auch aus Fern herzlich willkommen. Über 150 hatten diesmal den Weg in die heimliche Hauptstadt der Egerländer gefunden.

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Ein besonderer Gruß galt dabei insbesondere Herrn Freiherrn von Lindenfels, der Witwe Dr. Hermann Brauns Frau Ursula Braun, Herrn Dr. Jaromir Bohac, Herrn Erich Fischer und Herrn Luis-Andreas Hart, den Sohn von Anton Hart, bekannt als großzügigen Restaurator von Maria Loreto.
Marktredwitz` Oberbürgermeisterin Frau Dr. Birgit Seelbinder war verhindert, so dass an deren Stelle Stadtrat Pinzer ein Grußwort sprach, der diese Aufgabe, wie er bekannte, gerne übernahm.
Jürgen Rak vom Bund der Deutschen-Landschaft Egerland gab seiner Freude Ausdruck, dass es ihm vergönnt war, seit der Wende alljährlich an dieser Tagung teilzunehmen.
Günther Müller gedachte der Verstorbenen und hob dabei Dr. Walter Becher, Prof. Peter Glotz und Prof. Hans Sehling hervor.

Die Einführung in das Programm übernahm anschließend unser Bundeskulturwart Dr. med. Wolf-Dieter Hamperl, der sich bei den Verantwortlichen von Stadt und Autobahnamt bedankte, dass nunmehr kurz vor der BAB- Ausfahrt Marktredwitz-Süd ein schönes Hinweisschild mit der Aufschrift „Egerland Kulturhaus Marktredwitz“ aufgestellt worden ist.
Er berichtete auch von seinem Zwischenstopp in Regensburg, wo er die Ostdeutsche Galerie besuchte. 3 Künstler repräsentieren dort das Sudetenland.
Freiherr von Lindenfels ging im ersten Vortrag der Tagung sehr ausführlich auf Leben und Werk des Egerländer Sprachforschers Dr. Hermann Braun ein. Braun wollte sich in Marktredwitz niederlassen, zum einen der Sprache wegen, zum anderen wegen der Nähe zu seiner Heimat. Das Referat enthielt Tatsachen aus Brauns Leben, die nicht allgemein bekannt waren.
Fortgesetzt hat Dr. Bohac aus Eger die Reihe der Vorträge mit „Alois John (1860- 1935), Der Entdecker des Egerlandes.“ Man kann John als Vorgänger Hermann Brauns bezeichnen; auch er war Heimatdichter und Volkskundler, der von seinem Heimatort Oberlohma 1870 in das Egerer Gymnasium kam, wo er leider zwei Mal durchgefallen ist.
Das Trauma von Alois John war, dass er keinen beruflichen Abschluss aufweisen konnte. Er sagte diesbezüglich über sich selbst: „Ich war zunächst nichts und hatte auch Nichts.“
Er gab die Egerer Bunte Mappe heraus, eine wenn Sie so wollen Kneipenzeitung. Anschließend schrieb er in den „Deutschen Blättern“. 1897 dann, gründete er die Zeitschrift „Unser Egerland“. Er wollte partout ein selbstständiges Egerland. Er brachte ein literarisches Jahrbuch heraus und die Mitteilungen aus dem städtischen Museum.
1899 kaufte John die Villa Waldheim in Oberlohma.
Man kann über ihn behaupten: Er war von einer heimatkundlichen Besessenheit.
Dr. Bohac zeigte im Rahmen seines Vortrages Original Dokumente aus dem Egerer Museum.
Carola Reul, MA vom Egerland-Museum führte uns ein in das Leben des Keramikkünstlers Willy Ruß, der nach dem Schulbesuch zunächst in Schönfeld im Kaiserwald eine Gastwirtschaft eröffnete. Schon bald wurde sein ungeheures künstlerisches Talent erkannt, so dass er ein Stipendium zum Besuch der Keramikschule in Teplitz-Schönau erhielt.
Ruß war ein wahrhaft begnadeter Künstler, der u.a. das Goethe Denkmal in Marienbad schuf und den Kachelofen, der gewaltige Maße aufweist (3m lang, 3m hoch und 1,5m breit). Dieser Ofen kam von Elbogen auf die Egerer Burg, wo er noch heute zu bestaunen ist.
Nach der Vertreibung hielt Ruß sich mit kleineren Arbeiten über Wasser. Ein langwieriger Briefwechsel zwischen ihm und dem Lastenausgleichsamt in Königshofen im Grabfeld brachte ihm erst 5 Jahre vor seinem Tod eine kleine Entschädigung für seine verlorene Habe.
Im Anschluss und zur Einstimmung auf die zu besuchende Willy Russ Ausstellung im Souterrain des Hauses zeigt Dr. Hatto Zeidler Dias von Werken des Künstlers. Er modellierte meisterhaft, vom 16. Lebensjahr bis weit ins hohe Alter.
Als letzter Höhepunkt des Tages zeigt der Bundeskulturwart einen Videofilm über das vergessene Grenzland in tschechischer Sprache mit deutschen Untertiteln.

Zum Auftakt des zweiten Tages berichtet Herr Dr. Josef Köster aus Bad Schmiedeberg von der „Ansiedlung der Egerländer in Machlinice/Galizien (heute Ukraine) und Umgebung zwischen 1823 und 1830“. Vor allem war es die schwierige wirtschaftliche Lage im Egerland, die etliche Familien veranlasste, nach Galizien auszuwandern. In der Hauptsache war Königswart der Ausgangspunkt. Die ersten Bergbau-Maschinen der Siedler stammten aus Mies und wurden vermutlich per Eisenbahn transportiert.
Den Siedlern wurde Land versprochen; sie haben sich verpflichtet, dafür 60 Forint zu entrichten.
Der Referent legte Listen vor, aus denen entnommen werden konnte, wo die Einwanderer im Egerland beheimatet waren. Darüber hinaus eine Lageplan, der die Verteilung der Gemeinde- und Hofgründe zeigte. Es ging um den Kreis Stryj.
Aus dem Egerland wurde der Hl. Nepomuk als Schutzpatron mitgebracht.
Als Lehrer hat sich dort Josef Blaha aus Eger betätigt. Obwohl er diesen Beruf nicht erlernt hat, war er doch sehr erfolgreich. Die Kinder konnten natürlich nicht hochdeutsch sprechen.
Polnisch und Deutsch waren Prüfungssprachen. In Stanislau gab es ein deutsches Gymnasium.
Nicht unwichtig: Gekocht wurde weiterhin nach der böhmischen Küche.

Im Anschluss gab Dr. Hamperl eine Einführung zu Maria Loreto bei Eger und dessen Geschichte und zum Heiligen Berg bei Altkinsberg.
Dr. Zeidler machte in einem Diavortrag den Wiederaufbau dieses Heiligtums deutlich.

Am späten Vormittag fand die Mitgliederversammlung des Fördervereins Egerland Museum e.V. statt. Da der 1. Vorsitzende Dr. h.c. Hans Novotny nicht mehr kandidierte, wurde an seiner Stelle Herr Horst Biedermann zum neuen Vorsitzenden gewählt. Der weitere, bisherige stv. Vorsitzende Matthias Sehling trat nicht zur Wahl an, so dass Herr Wohlrab das Nichtvereinsmitglied Albrecht Schläger zur Wahl vorschlug. Dies wurde mehrheitlich von den Wahlberechtigten abgelehnt, da es wider das Vereinsrecht gewesen wäre. Anschließend bedauerte der neue Vorsitzende dieses Verhalten, was wiederum auf Unverständnis stieß. Die übrigen Vorstandsmitglieder wurden in ihren Ämtern bestätigt.

Ein Höhepunkt unserer Tagung war die Fahrt nach Maria Loreto, wo wir vom Vorsitzenden des Fördervereins Maria Loreto, Herrn Erwin Sommer, willkommen geheißen wurden. Er skizzierte kurz den Wiederaufbau nach Verfall und Zerstörung des Heiligtums. Der finanzielle Anteil gebührt Herrn Anton Hart, der künstlerische Herrn Dr. Hatto Zeidler.
Vor der Hl. Messe erinnerte Herr Luis-Andreas Hart noch an seinen Vater, der maßgeblichen Anteil am Wiederaufbau hatte und leider nicht mehr lebe, obwohl, wie er fest glaube, er doch in einer anderen Lebensform unter uns sein werde.
Pater Norbert Schlegel, der Visitator der Sudetendeutschen Volksgruppe war Zelebrant und Prediger. Seine Predigt begeisterte wie immer uns Kirchenbesucher.

Um 20 Uhr lud der stv. Bundeskulturwart Dr. Ralf Heimrath zum „Egerländer Musik- und Hutschaabend“ ein, der u.a. vom Sängerkreis der Egerländer Gmoi z`Waldsassen umrahmt wurde.
Nicht nur Lieder der alten Heimat, auch Schwänke und Lustiges wurden vorgetragen. Die Besucher konnten dank der verteilten Texte kräftig mitsingen. Ein wirklich schöner Abend ging nach 22 Uhr zu Ende. Wir haben Erhebendes mitgenommen.

Der Sonntag begann mit einem Vortrag über „Egerische Vogelbilder“ von Herrn Dr. Ralf Heimrath. Die Vogelbilder werden dabei nicht gemalt, sondern aus Original Vogelfedern auf das Papier geklebt, so dass ein wunderbares zweidimensionales Abbild entsteht. Herr Dr. Heimrath zeigte zahlreiche Dias, die bei den Besuchern staunend und begeistert aufgenommen worden sind.

Im Anschluss daran referierte Herr Dr. Egon Ziegler über neun Egerländer Persönlichkeiten, die heuer einen runden oder halbrunden Geburts- oder Todestag begehen. Es waren dies David und Johann Becher, Kardinal Innitzer, Heinrich v. Mattoni, Abt Reitenberger, Prof. Eugen Sänger, Adolf Scheerbaum, Emil Ritter v. Skoda und Prof. Hans Tropsch.

Bundestrachtenwartin Frau Hermine Bender klärte den Begriff „Unterländer Tracht“ zur allgemeinen Zufriedenheit und Verständnis.

Herr Bernd Posselt, der Vorsitzende der Sudetendeutschen Landsmannschaft, sprach über die politische Lage im allgemeinen und über die deutsch-tschechischen Beziehungen im Besonderen.
„Wenn wir von einigen als ewig Gestrige bezeichnet werden, so halte ich entgegen, dass diejenigen die ewig Gestrigen sind, die Beneš Statuen errichten“, so Posselt. Das Leitwort des nächsten Sudetendeutschen Tages wird u.a. sein „Vertreibung ist Völkermord“, betonte Posselt.
Unsere Kultur muss unbedingt aufrechterhalten werden, schloss Posselt unter lang anhaltendem Beifall.

Es waren drei gelungene Tage, „Tage der Egerländer Kultur“, wie die Marktredwitzer Zeitung bereits am 28. Oktober ausführte; Herr Dr. Hamperl fasste zusammen und dankte allen Teilnehmern für ihr Interesse und ihren Besuch, den Referenten für die aufgewandte Mühe.
Er hoffe auf ein ebenso fruchtbares Treffen im Jahre 2006.
Bundesvüarstäiha Günther Müller verabschiedete die Teilnehmer; er sei sicher, dass er im nächsten Jahr eine gleichgroße, wenn nicht noch größere Besucherzahl begrüßen können werde.
Müller weiter: Für die tägliche Gmoiarbeit war dies eine Fundgrube, aus der sich lange schöpfen lässt.

Dr. Egon Ziegler, München
Fotos: BdEG-Erich Wetzka




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