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30. Landestreffen der Eghalanda Gmoin Hessen
am 2. September 2012


Das Landestreffen der hessischen Egerländer Gmoin findet alle zwei Jahre im Wechsel mit dem Egerlandtag statt. Ein kleines Jubiläum konnte man dieses Jahr mit dem 30. Landestreffen der Hessischen Egerländer in Hungen feiern.

Ein wesentlicher Raum der Landestreffen wird dem Gedächtnis der Verstorbenen gewidmet. Zahlreiche Trachtenträger hatten sich zur Kranzniederlegung und zum Gedenken am Vertriebenendenkmal der Stadt Hungen eingefunden. Kaplan Leja, Landesvüarstäiha Bernhard Glaßl und Landeskulturwartin Gerlinde Kegel übernahmen die Aufgabe, mit den richtigen Worten die Erinnerung wach zu halten: "Freunde sterben nicht, sie gehen nur voraus".


Totenehrung mit Kaplan Leja

Besonders gedacht wurde der am Freitag zu Grabe getragenen, ehemaligen Bundesumgöldnerin der Egerländer, Sabine Müller. Umrahmt wurde die Veranstaltung von der Bläsergruppe der Original Ohmtal Musikanten.

Nahezu voll besetzt war die St.-Andreas-Kirche zur Heiligen Messe. Dies ist umso erfreulicher, weil fast gleichzeitig der Gottesdienst zum Schäferfest stattfand. Der erst kürzlich geweihte Kaplan Michael A. Leja hielt seinen ersten Gottesdienst in dieser Kirche und konnte so zum Ende des Gottesdienstes den begehrten Primizsegen spenden. In seiner mitreißenden Predigt ging er unter dem Thema "Früher war alles besser", besonders auf den Aspekt der Einhaltung von überlieferten Vorschriften und den notwendigen Wechsel der Blickrichtung von außen nach innen - zum Herzen - ein.


Gottendienst: Einmarsch der Fahnen


Begleitet wurde der Gottesdienst von Bernhard Glaßl an der Orgel und dem erweiterten Landeschor der Egerländer. Hier kamen u. a. die Lieder der Egerländer Volkssingmesse zum Vortrag. Lautstark folgte zum Schluss des Gottesdienstes "Segne du, Maria, segne mich, dein Kind", bevor die Egerländer Fahnen wieder feierlich aus dem Kirchensaal getragen wurden.

Zum Schäferfest gehört auch ein großer Festzug. Gerne haben die Egerländer mit rund 75 Mitwirkenden die Gelegenheit zur Teilnahme genutzt und präsentierten die Fahnen des Landes und der Gmoin, die Wappentücher und die verschiedenen Trachten. Schmissige Egerländer Klänge, die viele Zuschauer spontan mitsangen, boten die Original Ohmtal Musikanten dar. Auch die Trachtentücher der Orte des Egerlandes - von Karlsbad, Marienbad, über Neudek bis hin zu Elbogen - führten bei Zuschauern zu spontanen Reaktionen, wie "Schau mal, da kommt dein Opa her.".

Bereits zur Mittagszeit hatte der Schirmherr, der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier, die Gelegenheit zu einem persönlichen Grußwort an die Teilnehmer des Landestreffens genutzt. Er ging auf die gelungene Integration der Vertriebenen, deren Leistungen und die vom Land Hessen dabei übernommenen Aufgaben ein. Die gelungene Integration der Heimatvertriebenen und Spätaussiedler bezeichnete er als "historische Leistung". Besonders stellte der Hessische Ministerpräsident heraus, dass Hessen auch heute noch als einziges Bundesland einen Vertriebenenbeauftragten hat. Mit starkem Beifall wurden seine Anwesenheit und die Rede von den Besuchern bedacht.


Landeskulturwartin Gerlinde Kegel, Ministerpräsident Volker Bouffier
und Landesvüarstäihe Bernhard Glaßl



Über 200 Egerländer hatten sich zum Brauchtums-Nachmittag in der Stadthalle Hungen versammelt. Recht kurzweilig waren die Grußworte von Landesvüarstäiha Bernhard Glaßl, des Hungener Bürger-meisters Rainer Wengorsch, des Landesobmanns des BdV Alfred Herold und der Landesjugendführerinnen Mona Hafer und Katharina König.

Die weiteste Anreise hatten der Bundesvüarstäiha Alfred Baumgartner und seine Gattin, die Vorsitzende der 1904 gegründeten und ältesten noch existierenden Gmoi, aus Linz/Österreich, Jutta-Sybille Aglas-Baumgartner. Grußworte und Reden vorbereiten gehören zu den wichtigen Tätigkeiten des Bundesvorsitzenden. Persönlich sieht er es als eine seiner "wichtigsten Aufgaben, das Kulturgut des Volksstammes der Egerländer im Verband der Sudetendeutschen zu erhalten, zu konservieren und der Nachwelt zugänglich zu machen."

Dabei kommt der Wahrnehmung in den kulturellen Zentren der Egerländer in Marktredwitz eine wachsende Bedeutung zu. Ob Kulturhaus, Museum, Kunstgalerie, Egerlandbrunnen usw., alle über-nehmen einen wichtigen Teil dabei. Wobei besonders für den Egerlandbrunnen, der zu den zehn schönsten Brunnen in Bayern zählt, weitere Spenden willkommen sind.

Problematisch wird die Erhaltung der Kulturstätten auch, wenn durch Überalterung und Mitgliederschwund die Kosten vom Verein nicht mehr zu stemmen sind. Baumgartner verwies darauf, dass Kultur überliefern, wie beispielsweise Tracht tragen, ein wesentlicher Bestandteil des Weiterlebens von Egerländer Brauchtum ist. Tradition im Sinne von "nicht Asche aufbewahren, sondern die Glut am Leben zu erhalten", steht dabei im Vordergrund.

Die Moderation des Nachmittags lag in bewährter Weise in den Händen der Landeskulturwartin Gerlinde Kegel, die musikalische Gestaltung mit vielen Egerländer Melodien übernahmen die Original Ohmtal Musikanten und der Leitung von Karl-Heinz Haus. Und die Egerland-Jugend gestaltete die abwechslungsreiche Darbietung von Egerländer Tänzen und Liedervorträgen. Bereits am Vortrag hatten die Kinder und Jugendlichen ihren Landesjugendtag, bei dem neue Tänze eingeübt und bewährte Tänze aufgefrischt wurden (siehe gesonderter Bericht).

Die Tänze "Auf der Jagd" und "Howansook" und das Lied vom "Roußbuttnbou" boten die jüngeren Teilnehmer aus Braunfels und Dillenburg dar. Die landesweit gemischten Gruppen von Schülern und Junger Generation aus den Gmoin mit aktiver Jugendarbeit - Braunfels, Dillenburg, Herborn, Hungen und Offenbach - tanzten u. a. die "Sudetendeutsche Tanzfolge" und den "Jägermarsch". Zum Mitsingen verleiteten sie die Gäste bei den Liedern "A schäi(n)s Liedl an Eghalånd" und "Wåiß a Bankl". Den gemeinsamen Abschlusstanz bildete der "Schäi(n Lustigh", bevor stimmgewaltig "Kein schöner Land" erklang. Ein Gruppenbild (fast) aller Trachtenträger hielt die Erinnerung an einen erlebnisreichen Tag fest.



 

Bericht und Fotos:
Hans-Jürgen Ramisch, Öffentlichkeitsarbeit, Landesverband Hessen

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