Bund der Eghalanda Gmoin e.V.
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Gmoiarbeit bis 1945


Lois Eißner:
Die Arbeit der Eghalanda Gmoin bis zum Jahre 1945

Wie schon im Jahrbuch der Egerländer 1957 in Erinnerung gebracht wurde, war am 10. November 1907 der Bund der Egerländer Vereine in Österreich, der Vorläufer unseres Bundes, begründet worden. Diese Jubiläumsfeier soll Anlaß sein, einmal in der unruhevollen Hast des gegenwärtigen Alltages innezuhalten und Rückschau zu halten über die vergangenen Jahre, und der Vergessenheit möge entrissen werden, was in diesen Jahren für die Heimat und deren Belange von unermüdlichen und heimatbegeisterten Egerländern geleistet wurde. Wohl ist vor 90 Jahren die äußere Organisationsform der Heimatbewegung, der "Bund", begründet worden, aber nicht genau datumsmäßig vom 10. November 1907 bis zur Gegenwart soll der Werdegang des Bundes aufgezeigt werden, sondern es soll versucht werden, einen geschichtlichen Überblick der Heimatbewegung der Egerländer schlechthin zu geben. Unter den heutigen Verhältnissen ist dies ein sehr schwieriges Unterfangen, denn die Quellen hiezu fließen recht spärlich. Weder das Bundesarchiv - sei es die Agenda des Bodenbacher Bundes oder des Egerer Heimatbundes - existiert mehr, noch war mir ein Vereinsarchiv einer alten Gmoi zugänglich. Als Unterlage dieses geschichtlichen Überblickes dienten lediglich Gmoiberichte, soweit sie in der Stammeszeitschrift "Unser Egerland" (begr. 1897), in den Egerer Jahrbüchern und in der "Eghalanda Bundeszeiting" (begr. 1922) veröffentlicht wurden. Eine Einschränkung muß hierbei noch gemacht werden, soweit nämlich die genannten Unterlagen in der Egerlandbücherei greifbar waren oder soweit sie anderweitig noch beschafft werden konnten. Auf alle Fälle waren sie nicht vollständig. Diese Umstände bitte ich bei jeder Kritik beachten zu wollen. Ergänzungen, Berichtigungen und geschlossene Vereinsgeschichten alter Gmoin werden in unserer Stammeszeitschrift stets Publikationsmöglichkeiten finden.

Weiters sei die Bemerkung gestattet, daß nur der Arbeit und der Tätigkeit Egerländer Gemeinschaften gedacht werden soll, nicht der schöpferischen Leistung Einzelner, die in heimatkundlichen Büchern und Aufsätzen ihren Niederschlag gefunden hat. Auch dies müßte einmal in einer zusammenhängenden Schau zur Darstellung gebracht werden.

Zu Ende des 18. Jahrhunderts waren durch die deutsche Romantik Volk, Heimat und die kulturellen Leistungen des Volkes wieder beachtliche Werte geworden, was in der Zeit der Aufklärung nicht der Fall gewesen war. In dieser Zeitenwende war Johann Wolfgang Goethe häufiger Gast im Egerland. Wenn auf Anregung des deutschen Dichterfürsten der Egerer Mag.-Rat Seb. Grüner die Eigenart der Egerländer in Brauchtum, Tracht und Mundart erstmals aufzeichnete, so war dies für die spätere Heimatbewegung der Egerländer von unschätzbarer Bedeutung und Wichtigkeit. Von der Romantik angeregt, entfaltete sich eine rege Geschichtsforschung und ein eifriges Geschichtsstudium.

Auch davon spüren wir den Wellenschlag im Egerland in der nun stärker einsetzenden heimatgeschichtlichen Literatur. Doch darüber soll ja nicht gesprochen werden. Aber durch die Lektüre heimatgeschichtlicher Literatur erfolgte eine Stärkung des Heimatbewußtseins. Das Egerland war in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts im wesentlichen eine geschlossene bäuerliche Landschaft. Das Leben auf den Dörfern und in den Marktflecken vollzog sich nach alter Überlieferung. Das Brauchtum hatte seinen feststehenden Platz im Jahresablauf, das Sprechen der Mundart, die Pflege des überlieferten Lied- und Tanzgutes waren Selbstverständlichkeiten. All dies empfand man als natürlich und sah darin nichts Besonderes. Erst wenn man in eine anders geartete Umwelt kam, dann merkte man das andere, dann erwachte die Sehnsucht nach dem Eigenen in der Heimat. Und große Liebe zur Heimat, Pflege der Stammeseigenart und Festhalten am Althergebrachten zeichneten den Egerländer schon immer aus. In die Ferne und Fremde hat das Schicksal schon immer Menschen auch in früheren Zeiten entführt. Doch in stärkerem Maße vollzog sich dies erst in der 2. Hälfte des vorigen Jahrhunderts. Verschiedene Umstände waren dafür maßgebend. Durch die allgemeine Schulpflicht und durch den weiteren Ausbau des Schulwesens steigerte sich die Zahl derer, die nun an die Hochschulen zu ihrer Berufsausbildung zogen. Durch den Ausbau des Verkehrswesens, insbesondere durch den Ausbau des Schienenweges, war das Reisen leichter und bequemer geworden. Von Eger aus war nun jede Möglichkeit des Reisens mit der Bahn geboten, nach Wien, der alten Kaiserstadt an der Donau, nach Prag, der Hauptstadt Böhmens, ins Reich, nach dem Süden, nach dem Westen und nach dem Norden. In Richtung Reichenberg erreichte man das nordwestböhmische Kohlen- und Industriegebiet. Auch ein wirtschaftlicher Umschwung, nämlich die Industrialisierung, vollzog sich in der zweiten Jahrhunderthälfte im raschen Tempo.

Waren es früher zumeist Studenten und Handwerksburschen, die einige Lebensjahre fern der Heimat verbrachten, so brachten jetzt das bequemere Reisen und der starke Bedarf an Arbeitskräften in den Großstädten und Industriegebieten breitere Bevölkerungsschichten in Bewegung und vielfach für ständig aus dem geborgenen, heimatlichen Bereich. Es mußte allerdings auch erst ein Revolutionsjahr 1848 geben, das die Voraussetzungen für diese Freizügigkeit, für freie Berufswahl, für freie Meinungsäußerung und für vereinsmäßige Zusammenschlüsse schuf. Erst das Zusammentreffen all der aufgezählten Voraussetzungen schuf die Situation, aus der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts landsmannschaftliche Vereinigungen besonders außerhalb der Heimat erwuchsen. In der Heimat bestand dafür naturgemäß kein dringendes :Bedürfnis. Aber in der Fremde freute man sich über jedes Zusammentreffen mit Landsleuten, mit denen man in der vertrauten heimatlichen Mundart plaudern und in deren Gemeinschaft man heimatliche Lieder singen konnte. Man vereinbarte bestimmte Abende, bestimmte Lokale und so bildeten sich als erste Keimzellen heimatlicher Vereine Tischgesellschaften oder landsmannschaftlich gebundene Stammtischrunden. Fast durchwegs waren "Stammtische" die Vorläufer der landsmannschaftlichen Vereinsgründungen. Die älteste, bisher bekanntgewordene Stammtischrunde bestand schon in den 60er-Jahren in Wien, aus der im Jahre 1881 der "Egerländer Verein" begründet wurde.

Auch in Prag entstand, erst in der Form einer Tischgesellschaft, 1872 der "Egerländer Landtag", der spätere Verein Egerländer Hochschüler, wie sein Untertitel stets lautete. Zuerst vollzogen sich die landsmannschaftlichen Zusammenschlüsse im akademischen Bereich. Tischgesellschaften genügten da vorerst, denn der Student weilte ja zumeist nur wenige Semester an einer Universität. So entstand auch neben Wien und Prag ein "Egerländer Landtag" in Graz, der Landeshauptstadt der grünen Steiermark, die auch gleichzeitig Universitätsstadt war. Diese "Landtage" blieben akademische Vereinigungen. An der Spitze eines "Landtages" stand ein Oberstlandmarschall. Der Name "Landtag" erinnerte noch "an die Reichsunmittelbarkeit des Egerlandes und an die ehemaligen historischen Landtage, deren letzter am 23. Juli 1721 anläßlich der Pragmatischen Sanktion stattfand."

Anders geartet waren nun die Gmoin, sie erfaßten alle Egerländer ohne Rücksicht auf Beruf und Stand. Waren die "Landtage" an Universitätsstädte gebunden, so ist es nach dem vorher Gesagten wohl verständlich, daß die Gmoin dort entstanden, wo reges Wirtschaftsleben pulsierte und dem Strebsamen Aufstiegs- und Erwerbsmöglichkeiten in reichem Maße geboten wurden. Das Braunkohlenzentrum Brüx sieht daher das Erstehen der ersten Egerländer "Gmoi" und im Elbtal, jener bedeutenden Verkehrsstraße zwischen Böhmen und Deutschland, folgen bald andere. Die Leitung dieser Brüxer Urgmoi hatte ein Vorsteher, ihm zur Seite standen die Gmoiräte mit verschiedenen Aufgabenbereichen. Zu diesem Gremium gehörte noch ein Gmoibüttel.

Erste Aufgabe all dieser Vereinigungen war, in der Fremde dem Landsmann ein Stück Heimat zu sein und ihm beizustehen. Daraus ergab sich folgerichtig als zweite Aufgabe Pflege und Bewahrung echt Egerländer Art in der Fremde. Wie wohltuend der junge Mensch die Geborgenheit wohlmeinender Landsleute empfand, schildert kein Geringerer als der verstorbene Prof. Walther Klenm (Walther Klemm, Jugend in Karlsbad, Jena 1936, S. 107/108). "Durch die Egerländer Freunde unter den Hochschülern kam ich in den "Egerländer Landtag", einen akad. Geselligkeitsverein, der ohne den üblichen Vereinsrummel und sonstiges spießiges Drum und Dran, allen Egerländern der geistigen Berufe eine traute Stätte der Erholung, der Aussprache und Anregung war. Hier sangen wir unsere Heimatlieder, hier wurde witzig gelegenheitgedichtet, ernst und heiter musiziert, wurden Theaterstücke improvisiert und Dichtungen vorgelesen. Ungezwungen wechselten Frohsinn und gediegener Kunstgenuß. Der führende Geist dieser Gemeinschaft war der Alt-Egeraner Dr. Kempf der Mentor der Jungmannschaft, Helfer und Berater in allen Nöten, in die wir Studenten gerieten. Leiblich und seelisch verarztete er uns mit unendlicher Güte und Geduld. Er war ein wahrer Wohltäter und brachte mit materieller Unterstützung manchen armen Egerer Studenten durch die Lehrjahre, worin ihm der jüngere Egerer Arzt Dr. Buberl treulich half. Diese beiden waren auch meine ersten Mäzene. Oft reichte der elterliche Monatswechsel nicht und dann wurde schon von den Freunden dafür gesorgt, daß es dem getreuen Ekkehard zu Ohren kam. Ich wurde von Zeit zu Zeit aufgefordert, Ausstellungen meiner Arbeiten im Verein zu veranstalten, und da kauften dann Dr. Kempf und Dr. Buberl und alle Mitglieder, die in Amt und Würden waren ... So originelle echt Egerländer Typen wie Prof. Pistl, der wahrhaftige Gambrinus von zwingender Gutmütigkeit, und der Dirigent Barthlme, der mit Saugrobheit ein allzu weiches Musikerherz panzerte, und viele andere Unvergeßliche ergänzten glücklich den Kreis von Heimatgenossen in der Fremde, sofern ich überhaupt Wien und sein stammverwandtes Volk als "Fremde" bezeichnen kann."

Hatten die jungen Egerländer in den Landtagen im Getriebe der Großstädte ein Stück Heimat gefunden, so lag es ähnlich bei den Gmoin. Hören wir, was uns der Bericht der Gmoi Tetschen-Bodenbach nach zwanzigjährigem Bestehen darüber zu sagen hat ("Unser Egerland", 11. Jahrgang 1907, Seite 93 ff.). "Aber nicht nur allein in geselliger Hinsicht war die Gmoi tätig, sondern auch auf sozialem Gebiete hat sie werktätige und ersprießliche Arbeit geleistet. In dieser Richtung wurden von der Gmoi im Einvernehmen mit dem hiesigen Gewerbevereine Lehrlinge, Gehilfen und Dienstboten aus der Heimat und dem angrenzenden Böhmerwald hierher vermittelt, mittellosen Landsleuten wurden bei derartigen Anlässen die Reiseauslagen vergütet, durchwandernden Landsleuten wurden Reiseunterstützungen und Verpflegung gegeben und wenn möglich Dienst und Arbeit verschafft. Bei Elementarereignissen, von denen unsere Heimat nur allzuoft heimgesucht wird, wurden in der Gmoi Sammlungen eingeleitet und der oftmals recht ansehnliche Betrag den betroffenen Personen oder Gemeinden übermittelt." Ja die Landsleute, die fern der Heimat lebten, waren vielfach die treuesten Söhne und Töchter der Heimat, sie bewahrten sich ein offenes Auge und ein hellhöriges Ohr für die Nöte der Heimat und ihrer Menschen. Öfters lesen wir in den damaligen Gmoiberichten von Hilfeleistungen bei Brandkatastrophen. Zur Weihnachtszeit unterstützte man gerne arme Schulkinder in der Heimat. Auf diesem Gebiete war in den Jahren vor dem Weltkrieg besonders der "Klub der Egerländer" in Wien rege tätig, der eine eigene Spendenmarke herausbrachte und durch deren Verkauf eine nette Summe zur Betreuung armer Schulkinder im Egerland flüssigmachen konnte. Da man enge Verbindung zur Heimat hielt, wußte man auch, wo Hilfe nottat.

Die Wiener Egerländer Gmoi führte damals den Untertitel "humanitärer Geselligkeitsverein". Damit war auch ein wesentliches Arbeitsgebiet abgesteckt. Die soziale Tätigkeit wurde im vorausgehenden aufgezeigt. Die Pflege der Geselligkeit mit Landsleuten war das nächste, zweite Arbeitsfeld der Egerländer Vereine in der Ferne. Faschingsball, Kirchweihkränzchen, Ganskirwa und Julfeier waren die bedeutendsten Veranstaltungen geselliger Art. Diese Veranstaltungen brachten schließlich auch das Geld ein zur Erfüllung kultureller und sozialer Aufgaben. Man muß nur staunen, welchen Aufwand man damals in dieser Hinsicht entfaltete. Lassen wir daher einen Originalbericht sprechen, der uns ein kulturgeschichtlich interessantes Bild jener Zeit um die Jahrundertwende vermittelt.

Bericht über das Faschingskränzchen des "Egerländer Vereins" in Wien ("U.E", Jahrg. 1908, S. 56).

"Der Verein in Wien hielt Sonnabend, den 8. Februar 1908, sein diesjähriges Faschingskränzchen ab. Der vom Maler Burian entworfenen, hübschen Einladungskarte hatte eine große Zahl von Gästen Folge geleistet, so daß die Säle des Hotels "Viktoria" bis aufs letzte Plätzchen gefüllt waren. Bei den Klängen der ausgezeichneten, vom Wiener Tonkünstler-Orchester beigestellten, Kapelle drehten sich die Paare in unermüdlichem Reigen. Daß auf einem Egerländer Tanzboden auch unser Hansadl mit seiner Annamiarl in vielfacher Auflage vertreten war, und daß neben den Wiener Walzern auch heimische Weisen erklangen, braucht wohl nicht besonders hervorgehoben zu werden. Die Unterhaltung bot im Tanzsaale und in den Nebenräumen das Bild ungebundener Gemütlichkeit, wozu eine Wiener Heurigenmusik, die sich mit Geschick auch an Egerländer Lieder heranwagte, keinen geringen Teil beitrug. Der von der anmutigen Frau Anna Dobner verwaltete Pfefferküchlstand erfreute sich eines lebhaften Zuspruchs; es mögen wohl an diesem Abend viele Herzen gebrochen worden sein, wenn es auch nur "Pfefferherzen" waren! Den Höhepunkt erreichte das Fest in dem vom Generalissimus Dobner geführten, mit allerhand Scherz und Kurzweil ausgestatteten Reigentanz, dessen gelungene Mummenschanzerei das fröhliche Treiben bis zum Morgen beherrschten. Die geschmackvolle, mit einem schwarzrotgoldenen Bande gezierte Damenspende trug ein von Bildhauer Karl Philipp geformtes Relief der alten Egerer Kaiserburg..."


Auf der gleichen Seite lesen wir noch einen umfangreichen Bericht vom Bauernball der Eghalanda Gmoi in Berlin. Auch hier war die Einladungskarte künstlerisch gestaltet und großformatig auf buntem Tapetenpapier gedruckt. Am Eingang des Saales war ein Egerländer Bauernhäuschen aufgebaut. Hier wurde der Gast von Pfeife rauchenden Bauern empfangen und ihm als Zeichen der Gastfreundschaft ein Bretzl oder Salzstangl verehrt. Der Ablauf des Festes ähnelt dem in Wien, abgesehen von dem betont Berliner Kolorit. Die Wiener Einladung wurde damals in "Unser Egerland" reproduziert. Als Ausgleich sei diesmal die von Anton Drumm-Karlsbad gestaltete Einladung wiedergegeben.

Die kulturelle Arbeit war wohl in den einzelnen Vereinen recht unterschiedlich. Über die Tätigkeit des Egerländer Vereins in Wien sind wir durch eine Festschrift ("U.E.", X. Jahrg. 1906, Nr. II/III) und durch zahlreiche Berichte gut informiert. Er verfügte wohl über die meisten schöpferischen Kräfte. Namen wie Forster Hans, Tretter Lorenz, Treixler Anton, Fischer Georg, Dr. Kempf Andreas, Pistl Eduard, Buberl Hans u. a. m. bezeugen dies. Manches Lied, manches Musikstück, manche Mundartdichtung, die später Allgemeingut geworden sind, haben an den Abenden des Egerländer Vereins in Wien ihre Erstaufführung erlebt. Der Egerländer Verein war es auch, der die Gedenktafel für den Sänger des Egerländer Liedes, Hans Forster, an seinem Geburtshause in Gottschau, enthüllte. Als die Stadt Franzensbad den Kammerbühl, jenes berühmte Naturdenkmal des Egerlandes, ankaufte, um ihn vor einer wirtschaftlichen Nutzung und Verwertung zu schützen, half auch hier der Egerländer Verein neben anderen Vereinigungen mit finanziellen Mitteln. Man half auch durch Spenden beim Bau eines Unterkunftshauses am Kapellenberg. Als sich in der Heimat der Verein für Egerländer Volkskunde konstituierte und 1897 als Vereinszeitschrift "Unser Egerland" begründete, sehen wir sehr bald die landsmannschaftlichen Vereinigungen der Egerländer in der Fremde und deren Mitglieder als aktive Mithelfer. Dieser Verein und seine Zeitschrift waren notwendig geworden, denn durch den wirtschaftlichen und sozialen Umschwung war "die Erhaltung eines lebensvollen Volksganzen, einer eigenen Volksindividualität, eines eigenartigen Volkstums" in Bedrängnis geraten. "Das zur Aschenbrödelrolle verdammte Volkstum in seinem wahren Werte auch unserer Zeit wieder zum Bewußtsein zu bringen", bezeichnete Alois John, der Begründer dieses Vereins, als Aufgabe dieser neuen Zeitschrift.

Mit dem Verein für Egerländer Volkskunde war in der Heimat eine zentrale Stelle geschaffen für die bisher für sich allein bestehenden und arbeitenden Heimatvereinigungen. Mit der Vereinszeitschrift erstand auch das Organ, das seit Dezember 1899 die Heimatvereine von der Existenz gleichgearteter Vereinigungen in anderen Städten in Kenntnis setzte. Durch die Veröffentlichung von Vereinsnachrichten erfuhr man nun Näheres über die Arbeit der einzelnen Vereine und vielfach wurde dadurch auch das Interesse für Neugründungen geweckt. Alois John hat sich dadurch auch für die Begründung des späteren Bundes große Verdienste erworben. Vorerst war dies gar nicht beabsichtigt. Im III. Jahrg. Heft 5 erschien 1899 in "Unser Egerland" erstmals eine Rubrik "Aus Egerländer Vereinen". "Mit Vergnügen sei diese Tafel Egerländer Feste aufgetan", schreibt einleitend John und ersucht die geehrten Leitungen der Landtage und Gmoin, "kurze Berichte über echt Egerländer Feste" an den Herausgeber zu senden. Den Reigen mit den Vereinsnachrichten eröffnete die Egerländer Gmoi in Wien, bezeichnenderweise mit einem Bericht über ein gelungenes Egerländer Kirchweihfest das sehr gut besucht war und bei dem im gemütlichen Teil auch in Wien der Dudelsack brummte. Wenn wir heute überhaupt eine Kenntnis über die Tätigkeit der Egerländer Vereine in dieser Zeit haben, so verdanken wir dies nur den Vereinsnachrichten, die seit jener Dezembernummer des Jahres 1899 bis zur Begründung eines eigenen Bundesorgans im Jahre 1922 ausschließlich in "Unser Egerland" veröffentlicht wurden. Allerdings erfahren wir eben nur von den Vereinen, die auch von dieser Möglichkeit Gebrauch machten.

John verdanken wir auch die erste Zusammenfassung über Egerländer Vereine, die er im ersten Heft des vierten Jahrganges (1900) veröffentlichte. Von gerade einem Dutzend Vereinigungen erfahren wir die Daten über Gründungsgeschichte, Namen, Zweck, Mitgliederzahl usw. Beiden Teilen war damit geholfen. Die Vereine hatten somit die Möglichkeit, über ihre Tätigkeit zu berichten, und John gewann Mitkämpfer für die Bestrebungen seiner Vereinsgründung. Und wenn im Vorhergehenden schon einmal gesagt wurde, daß die Egerländer in der Fremde die treuesten Heimatsöhne waren, so sei dies noch durch einige Zahlen belegt. Die Zeitschrift "Unser Egerland" hatte im Jahre 1904 erst 633 Bezieher. Nachdem Eger Sitz des Vereines war, zählte das engere Egerland 199, das übrige Egerland 175, das restliche Böhmen 111, Österreich 114 und das Ausland 34 Bezieher.

Verfolgen wir nun die weitere kulturelle Arbeit der Heimatvereine. Bewußte Pflege fand das Egerländer Lied, Egerländer Volksmusik, die Mundart und bis zu einem gewissen Grade auch das Brauchtum. Von einer bewußten Pflege der Tracht kann man im allgemeinen noch nicht sprechen, denn fast nur bei Faschingsunterhaltungen traten Trachtenträger in Erscheinung. Man gefiel sich bei solchen Anlässen bei einer Art Schäferspiel, man ging gerne als "Hansadl" und "Annamiarl" verkleidet. Später begegnen wir der Tracht gelegentlich bei Volksfesten, besonders bei den so beliebten Veranstaltungen des Schulvereins. Durch die Stellung von Festwägen (beliebteste Motive: Hutznstubm - Heint scheint da Måu(n sua schäi(n) - wurde Egerländer Eigenart weitesten Volkskreisen gezeigt und damit die völkische Arbeit des Schulvereines tatkräftig unterstützt. Später sehen wir diese betont völkische Arbeit stärker hervortreten, besonders bei Gmoin in der Nähe der Sprachgrenze. Neben dieser Unterstützung der Schulvereinsfeste, die als selbstverständliche Ehrenpflicht galt, hören wir von Beihilfen für den Volksrat, den Dr. Titta in Trebnitz, hart an der Sprachgrenze, ins Leben gerufen hatte. In einem Bericht, der im Dezember 1906 begründeten Gmoi in Budweis, damals hart umkämpfter Volkstumsboden, lesen wir als Ziele der Gmoiarbeit u. a. vom "gegenseitigen Zusammenschluß und Unterstützung durch Rat und Tat, deutsche Kolonisation in Budweis durch Stellenvermittlung an Egerländer und Deutsche jeden Berufes, um das schwerbedrohte Deutschtum wirtschaftlich zu unterstützen." Dies der Überblick über die Tätigkeit landsmannschaftlicher Vereinigungen, wie ihn die spärlichen Nachrichten aus der Zeit vor Begründung des "Bundes" dem Betrachter von heute darbieten.

Die Zahl der Gmoin war gestiegen, besonders im nordwestböhmischen Industriegebiet und im Bereich des Elbtales. Dort waren einige Gmoin auf engerem Raume beisammen und so erklang von dort zum erstenmal der Ruf nach einem organisatorischen Zusammenschluß dieser Einzelvereine mit gemeinsamer Zielsetzung. Die ersten Schritte vom Wollen zur Tat wagte die Eghalanda Gmoi in Tetschen-Bodenbach. Im X. Jahrg. (1906) in Heft Nr. 6 (S. 233) der Zeitschrift "Unser Egerland" erschien der Aufruf. Dieser hatte folgenden Wortlaut:

"Seit Jahren schon wurde der Wunsch laut, einen Zusammenschluß sämtlicher in Österreich bestehenden Egerländer Vereine herbeizuführen. Um nun diesem Wunsch endlich eine greifbare Form zu geben, wurde in der am 25. August d.J. stattgehabten Gmoi(n)ratssitzung der Antrag gestellt, eine diesbezügliche Aktion einzuleiten und falls sich die Geneigtheit der einzelnen Egerländer Vereine hiezu ergeben sollte, diesen Wunsch in die Tat umzusetzen. Dieser Antrag wurde einhellig zum Beschluß erhoben und die Gefertigten mit der Durchführung beauftragt. Der Zweck dieser Vereinigung wäre lediglich die Förderung der Liebe zur Heimat, die Auffrischung und Erneuerung alter Bekanntschaften unter den Mitgliedern der einzelnen Vereine, die Pflege heimatlicher Sitten und Gebräuche und der Muttersprache, eventuell könnte auch in sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht etwas geleistet werden. Auf diesem Wege sei daher an alle Egerländer Vereine in Österreich, die von uns eine Einladung hiezu deshalb nicht erhalten haben, weil uns der Bestand derartiger Vereine unbekannt ist, das Ersuchen gerichtet, ihre Ansicht kundzugeben, damit in Bälde das Weitere veranlaßt werden kann.

Eghalanda Gmoi z Tetschen-Buadnbooch im September 1906.

Johann Lorenz, derzeit Gmoi(n)schreiwa
Norbert Teinitzer, derzeit Vorsteher."


Die Vorbesprechung erfolgte erst am 12. Mai 1907 im Gmoilokal ("Weilburg", Lindenstraße) der Teplitzer Gmoi. Anwesend waren 6 Gmoin: Aussig, Brüx, Leitmeritz, Teplitz, Eghalanda Landsleut Teplitz und Tetschen. Schriftliche Zustimmung sandten der Eghalanda Landtag Prag, die Gmoi Trautenau und nachträglich der Klub der Egerländer in Wien. Das Fehlen der großen Vereine ist nicht mangelnde Begeisterung, sondern sie fühlten sich allein stark genug und hatten kein Bedürfnis zu einem organisatorischen Zusammenschluß auf höherer Ebene. Der Vorsteher der Teplitzer Gmoi, Bayer, leitete die Versammlung, den Schriftführer stellte die Gmoi Tetschen. Das Referat mit der Begründung der Konstituierung eines Verbandes gab Vetter Teinzer (Tetschen), der ja die treibende Kraft der ganzen Aktion war. Die amtliche Genehmigung der Bundessatzungen ließ noch eine Weile auf sich warten, denn erst am 10. November 1907 konnte die konstituierende Gründungsversammlung in Tetschen (Leitmeritzer Bierhalle) zusammentreten. Einladung und Tagesordnung dieser denkwürdigen Versammlung sind in "U.E.", Jahrg. XI. 1907 S. 111 abgedruckt. Anwesend waren 40 Vertreter, und eine Reihe Begrüßungstelegramme liefen ein. Die erste gewählte Bundesleitung setzte sich wie folgt zusammen. Bundesobmann wurde durch einstimmige Wahl Norbert Teinzer (Tetschen), Schriftführer Lang (Tetschen), Kassier Svatek (Bodenbach), Obmannstellvertreter Kralik (Brüx), Beisitzer Schallowetz (Tetschen), Peter (Aussig), Plail (Teplitz), Scharf (Brüx), Lugert (Leitmeritz), Hammer (Prag).

Pro Mitglied wurden 20 Heller als Jahresbeitrag festgesetzt. Die Verbandsziele waren vorerst mehr sozialer Art, denn die Erhaltung und Pflege Egerländer Stammeseigenart verstand sich bei den landsmannschaftlich gebundenen Zusammenkünften von selbst. Ein Aufruf "an alle Bürgermeister - Gemeindeämter, Bezirksvertretungen und Sparkassen des nordgauischen Sprachgebietes" sollte finanzielle Mittel zur Erfüllung der sozialen Aufgaben hereinbringen. Die großen Erwartungen wurden allerdings nicht erfüllt, dennoch hat man diese Aktion bis zum Weltkrieg jährlich durchgeführt. Einige Kronen kamen doch herein und in manchen Kurorten erhielt man Freiplätze oder ermäßigte Kurtaxen. Die nächste Bundeshauptversammlung fand 1908 in Eger statt. Bei den Vorbereitungen hatte sich eigenartigerweise der Egerer Männergesangverein rege beteiligt. Nichts erfahren wir über den Mitgliederstand, auch sonst scheinen keine wesentlichen Beschlüsse gefaßt worden zu sein. Im nächsten Jahre (1909) fand die Hauptversammlung wiederum in Tetschen statt. 1910 legte Norbert Teinzer krankheitshalber die Bundesobmannstelle nieder, vorher hatte er schon das Amt des Gmoivorstehers abgegeben. Die Bundesgeschäfte führte Plail (Teplitz) bis zur nächsten Bundeshauptversammlung, die in Komotau stattfand. Neuer Bundesvorsteher wurde Anton Kreißl (Tetschen). Die Komotauer Gmoi hatte sich sehr gastlich gezeigt. Anläßlich der Bundeshauptversammlung wurde die "Goa(n)skirwa" abgehalten. Um eine heimatliche Atmosphäre zu schaffen, wurde Egerer Aktienbier geschenkt und die Kulmer Dudelsackmusik spielte auf. Als nächster Tagungsort wurde Prag (1911) bestimmt. Erstmals wird in diesem Jahr Lehrer Siegl als Bundesschreiwa genannt. Auffallend ist der starke politische Akzent dieser Hauptversammlung, der in Telegrammen von Abgeordneten zum Ausdruck kommt. Sogar der Bürgermeister von Eger, Krader, weilte in Prag und hielt eine zündende Ansprache. Erstmals hören wir von Beschlüssen zur Erhaltung der alten Volkstrachten. Von München kam die Anregung, den Bund organisatorisch so zu gestalten, daß auch die ausländischen Gmoin erfaßt werden könnten, scheinbar dachte man an einen Egerländer Trachtenbund. Das Positive der daran anschließenden, langen Debatte war der Beschluß, daß jede Gmoi sich einen Trachtengrundstock anzulegen habe. Erwähnt sei noch, daß im gemütlichen Teil der Bundeshauptversammlung die Regimentskapelle der 73er aufspielte. Als nächster Tagungsort war Saaz ausersehen (1912). Erstmals erfahren wir Zahlen über die Stärke des Bundes. 11 Gmoin und der Prager Egerländer Landtag gehören dem Bunde an und zählen zusammen gegen 700 Mitglieder. Erfreut ist man über den Beitritt der Gmoin in Graz und Eger. Im Jahre 1913 wollte man sich in Teplitz treffen, da die dortige Gmoi gleichzeitig ihr 30jähriges Gründungsfest feiern wollte. Tatsächlich fand dann die Bundeshauptversammlung in Tetschen statt, dessen Gmoi in diesem Jahre ihr 25jähriges Gründungsfest beging. Die Bundestagung für 1914 war in der Heimat, in Eger, geplant. Man spürt schon stark die Aktivität des damaligen Bundesschreiwas Siegl. Eine Bundesausschußsitzung am Ostermontag 1914 in Bodenbach beschäftigte sich eingehend mit dem Programm der Egerer Bundestagung. Neu in den Bund aufgenommen wurden die Gmoin Triest, Bodenbach und Gablonz. Deutlicher rückt jetzt die kulturelle und betont heimatpflegerische Arbeit der Gmoin in den Vordergrund. Die stärker betont soziale Arbeit des Bundes scheint manche Enttäuschungen gebracht zu haben. Die Bestrebungen der Bundesleitung gingen dahin, fernstehende Landsmannschaften und Gmoin dem Bunde anzugliedern, besonders wollte man sich an die "Wiener" wenden. Durch die Presse wollte man Zusammenschlüsse der Egerländer in der Fremde zu Gmoin anregen. Angeregt wurde auch die Schaffung eines allgemeinen Liederbuches, erstmals wird die Angelegenheit Bundesabzeichen und Heimatscheine eindringlich beraten und für 1916 plante man ein großes Heimatfest. Die Zahl der Mitglieder war in der Zwischenzeit auf fast 1000 gewachsen. Nach all den Planungen wollte man nach den sieben mageren Aufbaujahren der Heimat, zu Füßen der alten Stauferpfalz, Rechenschaft ablegen über die Arbeit der treuen Heimatsöhne in der Fremde. Doch alles Planen war vergeblich, denn inzwischen hatte sich in den Augusttagen 1914 der Weltenbrand entzündet. Dieses 4jährige Weltenringen brachte fast jegliches Vereinsleben zum Erliegen. Soweit Vereine weiterhin tätig waren, beschränkte sich diese Arbeit darin, die Verbindungen zu Vereinsmitgliedern aufrechtzuerhalten, die der Ruf des Vaterlandes an die Fronten geholt hatte. Nicht galt dies für die Egerländer in der weiten Ferne. Gerade der Ausbruch des Krieges ließ die Deutschen in Übersee näher aneinander rücken. So wurde noch am 15. Oktober 1914 in New York eine Eghalanda Gmoi begründet, deren erster Vorsteher Erhard Pötzl aus Schönbach wurde.

Nach dem Weltkrieg hatte sich die politische Situation völlig geändert. Die Doppelmonarchie Österreich-Ungarn war zertrümmert und das Egerland war gegen seinen Willen in einen fremdvölkischen Staat gepreßt worden. Auch der Bund hatte praktisch aufgehört zu bestehen, schon sein Name entsprach nicht mehr der neuen politischen Lage. Geblieben aber waren die engen Freundschaftsbande, die durch die Bundesarbeit schon vor dem Weltkrieg geknüpft worden waren.

Es soll nicht untersucht werden, welche Egerländer Vereine aufgehört hatten zu bestehen und welche gelähmt von dem unfaßlichen Geschehen sich noch zu keiner Arbeit aufraffen konnten. Entscheidend war, daß es Männer gab, die bereit waren, das Bewährte und Wertvolle hinüberzuretten in die neuen Zeitverhältnisse, und die gab es in den Gmoin, die schon vor 1914 das Bundesbanner hochgehalten hatten. Bald zeigte sich auch, daß nach der veränderten politischen Lage die Pflege heimatlicher Werte notwendiger war denn je. Besonders fühlte man dies in der Nähe der Volkstumsgrenze und im gemischtvölkischen Bereich. So entstanden schon ein Jahr nach dem Umsturz 1919 die Gmoin in Reichenberg und Witkowitz und 1920 in Böhmisch-Leipa und Brünn. Außer den Gmoigründungen hören wir von zahlreichen Heimat- und Trachtenfesten, auf denen man sich vor der Öffentlichkeit voller Stolz zum Egerland und seinen unvergänglichen Werten bekannte.

Im August 1920 fand in Eger das Bundesfest des Bundes der Deutschen in Böhmen statt. Viele heimatbewußte Deutsche aus allen Teilen des Deutschböhmerlandes waren aus diesem Anlaß in die einstige Reichsstadt geeilt. Diese Gelegenheit nützten auch die Vertreter der Egerländer Vereine aus der Fremde zu einer Besprechung auf der Krämlingsbastei. Die treibende Kraft wird wohl R. J. Siegl (Bodenbach) gewesen sein. Siegl wird bei dieser Besprechung mit den Vorarbeiten zur nächsten Bundeshauptversammlung in Bodenbach betraut. Alle Bundesnachrichten sollen in "Unser Egerland" erscheinen und jede Gmoi soll zur Deckung der Ausgaben 50 Kronen erlegen. Damit war der neue Grundstein gelegt. Der neue "Bund der Eghalanda Gmoin" (Sitz Bodenbach) wurde bereits im nächsten Monat von 9 Gmoin aus der Taufe gehoben. Bundesvorsteher wurde R. J. Siegl, der auch in Eger den Wahlspruch "Füar unna Hoimat ålls" geprägt hatte und getreu diesem Wahlspruch von 1920-1942, als ihn der Herrgott von dieser Erde abberief, die Geschicke des Bundes leiten sollte. Neu ist, daß als Bundesorgan das "Egerer Kreisblatt" bestimmt wurde. Wohl erschienen auch in "Unser Egerland" weiterhin die Gmoi- und Bundesnachrichten und der Bezug dieser wertvollen Zeitschrift blieb für die Gmoin verpflichtend. Die eingereichten Satzungen wurden nicht sogleich genehmigt. Man merkte es, daß man nun in einem fremdvölkischen Staate leben mußte. Der Bundesbeitrag wurde mit einer Krone festgesetzt. Gegen Jahresende betrug der Mitgliederstand schon 1700. Als vordringliche Aufgabe betrachtete man die Ausbreitung des:Bundes in der Heimat. Dies mag auch der Grund gewesen sein, daß die nächste Bundeshauptversammlung, verbunden mit einem Heimatfest, in Eger abgehalten wurde. Andererseits konnte nun das 1914 Geplante sieben Jahre später nachgeholt werden. Mit Begeisterung und Liebe wurde an die Vorarbeiten herangegangen. Der Bund war in der Zwischenzeit auf 22 Gmoin mit über 2200 Mitgliedern angewachsen. Dieser opferbereiten Gemeinschaft konnte der Erfolg nicht versagt bleiben. "Unser Egerland" berichtet darüber: "Das in den Tagen des 13. bis 15. August in Eger abgehaltene Eghalanda Heimatfest des "Bundes der Eghalanda Gmoin" (Sitz Bodenbach) gestaltete sich zu einer stolzen, machtvollen Kundgebung des gesamten Egerlandes und seiner in der Fremde verstreuten Angehörigen. Alle vereinte die Liebe zur Heimat. Es war eine glänzende Heerschau über die in treuer Liebe an der Heimat hängenden Egerländer, die sich ihrer stets mit Stolz erinnern, und zeigte, daß sie ihre alte, liebgewordene Heimat auch in der Fremde nie vergessen werden. Aus allen Gauen Deutschböhmens, selbst aus Brünn und Prag, ja aus dem benachbarten Deutschen Reich und Deutschösterreich waren die heimatbewußten Egerländer herbeigeeilt." Höhepunkt des Heimatfestes war der Festzug. "Der Festzug war, abgesehen von den Wallensteinfesten, die glänzendste Veranstaltung, die Eger bisher gesehen hatte. Die Motive zu den Festwagen waren, getreu dem Zwecke des Festes, dem Heimatboden entnommen und behandelten Egerländer Sagen und witzige Erzählungen." Einmalig war auch die Egerländer Heimatausstellung, die Joh. Sandner zusammengestellt hatte. Sie versuchte, einen Einblick zu vermitteln über künstlerisches Schaffen des Egerlandes in Vergangenheit und Gegenwart und zeigte Schätze einmaliger Art aus dem reichen volkskundlichen Besitz der Heimat. Die Besprechungen in Eger brachten als organisatorische Neuerung die Untergliederung des Bundes in 6 Gaue.

Der Weg zur Durchführung der Beschlüsse war nun frei. Mangels Quellen kann dieser Weg des Bundes nicht im einzelnen verfolgt werden, obwohl der Bund seit Juli 1922 über eine eigene Verbandszeitschrift, die "Eghalanda Bundeszeiting" verfügte. Der Bund war damals schon auf 29 Gmoin mit 2838 Mitgliedern angewachsen. Die veränderte Politische Lage, die Bedrohung des Volkstums in einem fremdvölkischen Staat ließen den Wert und die Bedeutung der Heimatvereine den noch Abseitsstehenden immer deutlicher werden. Man hatte in den Gmoin vielfach nur Trachtenvereine gesehen. Das waren sie nie, wohl pflegten sie das Trachtengut, aber als Teilgebiet ihrer Gesamtarbeit, sie wurden ausgesprochene völkische Schutzvereine. So entstanden nun in der Fremde, aber auch in der Heimat, Jahr für Jahr neue Gmoin. Die alljährlichen Bundeshauptversammlungen waren stets stolze Rechenschaftsberichte über die geleistete Arbeit des vergangenen Jahres. Die Tagungsorte waren 1922 Brüx, 1923 Plan, 1924 Bodenbach, 1925 Karlsbad-Fischern, 1926 Klösterle, 1927 Saaz, 1928 Schlaggenwald, 1929 Komotau, 1930 Eger, 1931 Falkenau, 1932Warnsdorf, 1933 Teplitz, 1934 Königsberg, 1935 Bilin, 1936 Marienbad, 1937 Saaz und 1938 Altrohlau.

Volkslied, Mundartdichtung und Musik kamen an den Festabenden immer zur Geltung, das Brauchtum und die Trachten im Festzug. Kirchgang mit Mundartpredigt gehörten zu jedem Heimatfest. Markante Höhepunkte waren Falkenau und Marienbad. Beim Falkenauer Heimatfest wurde erstmals eine Trachtenhochzeit mit dem überlieferten Brauchtum in den Mittelpunkt des Festgeschehens gestellt. Der Festzug beim Bundesfest in Marienbad zeigte das festliche Brauchtumsjahr im Egerland. Beim Heimatfest in Karlsbad-Fischern war die Weihe des ersten Bundesbanners vollzogen worden.

Die "Eghalanda Bundeszeiting" stellte durchaus kein Konkurrenzunternehmen zu "Unser Egerland" dar. Bei der sprunghaft steigenden Zahl der Gmoin hätte "Unser Egerland" die Fülle der Vereinsnachrichten nicht mehr bewältigen können. Der Bezug der bewährten Stammeszeitschrift und ihre Förderung war den Gmoin weiterhin ein verpflichtendes Anliegen. Da die "Bundeszeiting" neben den Vereins- und Verbandsnachrichten auch heimatkundliche Beiträge brachte, stellte sie eine wertvolle Bereicherung des heimatlichen Schrifttums dar. Auch umfangreichere Beiträge fanden in ihren Spalten Aufnahme. Erwähnt seien nur Hofmann Josef, "Die Egerländer Dialektdichter"; Beher Rudolf, „Städtewappen Westböhmens"; und Zerlik Otto, „Vol!ksdichtung im Egerland".

Bei der Bundesleitung wurde auch eine Stammesbücherei aufgebaut, die den Gmoin für ihre Arbeit zur Verfügung stand. Das Egerländer Lichtbildwerk sammelte in Diapositiven die landschaftliche Schönheit und Eigenart des Egerlandes. Neben dem Verein "Unser Egerland" fand jede ernste Volkstumsarbeit anderer Verbände im Bund der Eghalanda Gmoin weitgehende Unterstützung. Eine eigene Wirtschaftsabteilung wurde geschaffen. Wohl diente sie in erster Linie zur Füllung des Bundessäckels, aber auch sie leistete wertvolle Kulturarbeit. Denn neben Bundesnadeln, Heimatscheinen, Ehrenurkunden, Trachtenschmuck versorgte die Wirtschaftsabteilung die Gmoin mit künstlerisch gestalteten Heimatkarten und Liederbüchern. Jegliches heimatliche Druckvorhaben fand im Bund und durch die Gmoin volle Unterstützung. Als man daranging, die sudetendeutschen Trachten zu erneuern, ging diese Arbeit im Bereich des Egerlandes nicht ohne die Mitarbeit der Gmoin.

Soweit der kulturelle Teil der Bundesarbeit, dem die soziale Arbeit nicht nahezustehen braucht. Eine staunenswerte Arbeit leistete auf diesem Sektor das Egerländer Kinderwerk. Begründet wurde dieses Werk durch die Eahrn-Mouhm Karoline Hager aus der Bodenbacher Gmoi. Sie stammte aus Chiesch und als sie nach einer Operation in der Heimat Erholung suchte, lernte sie in der Nähe der Sprachgrenze, in einem wirtschaftlich abgelegenen Gebiet, die große Not mancher Kriegerwitwen mit ihren Kindern kennen. Bei der Bundesleitung und der Bodenbacher Gmoi fand sie offene Herzen für ihr Anliegen und so erfolgte 1925 in Chiesch die erste Weihnachtsbescherung an 30 Kindern mit einem Kostenaufwand von 6000 Kronen. Dieses Beispiel zündete in den Herzen der Egerländer. Durch Vermittlung des Bundes übernahmen die Gmoin Patenschaften für arme Kinder in den Dörfern der Heimat. Im Jahre 1937 wurden 2090 Kinder betreut. Doch lassen wir über dieses einmalige Werk Zahlen sprechen. Im Jahre 1925 wurden 30 Kinder mit Geschenken (im Werte von 6400 Kronen bedacht. Die folgenden Zahlen geben das Jahr an, den Wert der Geschenke und in der Klammer die Zahl der beschenkten Kinder. 1926 - 30 000 (328); 1927 - 49 000 (537); 1928 72 077 (650); 1929 - 95 730 (775); 1930 - 102 254 (969); 1931 - 110 538 (1130); 1932 - 92 575 (1346); 1933 - 86 045 (1348); l934 - 76 370 (1336); 1935 - 68 605 (1524); 1936 - 78 164 (1616); 1937 - 118 885 (2090). Bis zum Jahre 1938 war 1 000 000 Kronen gespendet und an arme Kinder weitergegeben worden. Vergesse man aber bei Betrachtung der Zahlen nicht, welche Not und Arbeitslosigkeit in den 30er Jahren in der alten Heimat herrschten. Neben dem Kinderwerk gab es noch eine Johanna-Siegl-Stiftung. Sie war benannt nach der Mutter des Bundesvorstehers R. J. Siegl und diente als Hilfskasse für in Not geratene Gmolmitglieder. Die I. Eghalanda Gmoi in Eger plante im Bereich des Tillenberges den Bau eines Egerlandheimes. Ein Grundstück hiezu war schon angekauft, zur Durchführung des Bauvorhabens kam es nicht mehr.

Das Wachsen der Gmolbewegung zeigen am besten die Gmoigründungen.

1921: Eger "Neustädta Gmoi", Eger "Plotzana Gmoi", Haida, Matzelbach, Schlada, Trautenau.
1922: Deutsch-Gabel, Eger "Altschlössana Gmoi", Eger "Brucktäiana Gmoi", Fischern, Karbitz, Lobositz, Neustadt/Tafelfichte, Pilsen, Podersam, Preßburg, Warnsdorf.
1923: Eger "Altstädta Gmoi", Haid, Bilin, Donitz, Friedland, Meretitz-Klösterle, Niemes, Politz, Pürstein.
1924: Altrohlau, Drahowitz, Langendörflas, Schlackenwerth, Schlaggenwald, Tachau, Weipert.
1925: Falkenau, Girnberg, Haida, Oberleutensdorf.
1926: Auscha, Görkau, Karlsbad, Konstantinsbad, Luditz, Marienbad, Petschau.
1927: Mährisch-Schönberg, Sangerberg.
1928: Schnecken.
1929: Eidlitz.
1930: Arnau, Türmitz.
1931: Duppau, Plan, Zwodau.
1932: Asch, Böhmisch-Krummau, Frohnau, Lanz, Lichtenstadt.
1934: Mies.
1936: Dux, Grottau, Franzensbad, Lubenz, 0bergeorgenthal.
1937: Auschowitz, Kuttenplan, Schreckenstein.
1938: Bad Königswart, Pokau, Hirschberg, Mariaschein, Olmütz, Purschau.

Die Gründungsdaten folgender Gmoin konnten leider nicht festgestellt werden: Abertham, Altsattl, Böhm.-Kamnitz, Elbogen, Eulau, Graslitz, Großsichdichfür, Hohenelbe, Komotau "Alt Eghalanda Gmoi", Königsberg, Krochwitz, Neudek, Oberlohma, Paulusbrunn, Schneidmühl.

All diese Gmon befanden sich auf dem Boden der Tschechoslowakischen Republik. Wie stand es mit den Gmoin im Ausland? Rein vereinsrechtlich war eine Zugehörigkeit einer Gmoi, die außerhalb der tschechoslowakischen Staatsgrenzen existiterte, zum Bund der Eghalanda Gmoin unmöglich. Jeder Sudetendeutsche weiß, wie durch eine solche organisatorische Zugehörigkeit einer Auslandsgmoi nach Meinung der tschechischen Verwaltungsbehörde der tschechoslowakische Staat gefährdet gewesen wäre. Praktisch wäre dadurch die Arbeit des Bundes bald lahmgelegt worden. Dennoch bestand eine recht innige ideelle Bindung. Dies zeigte sich in der starken Teilnahme der Auslandsgmoin bei Bundesfesten, dies zeigte sich in der Tatsache, daß die Auslandsgmoin die "Bundeszeiting" bezogen, dies bewies die reiche Spendenaktion beim Kinderhilfswerk, die Vermittlung von Rundfunksendungen, gegenseitiger reger Besuch bei Gmoifesten usw.

Andererseits bestand bei den Auslandsgmoin ein Bedürfnis nach einem organisatorischen Zusammenschluß. So wurde nach Vorbesprechungen am 24. Feber 1924 in Leipzig ein Reichsbund der Eghalanda Gmoin ins Leben gerufen. Anwesend waren Vertreter der Gmoin Berlin, Chemnitz, Leipzig, Nürnberg, Arzberg und Passau. Die Münchner Gmoi hatte im letzten Augenblick absagen müssen. Die Neuwahl für die Vorstandschaft des Reichsbundes der Eghalanda Gmoin hatte folgendes Ergebnis: Vüarstäiha: Josef Ruppert (Leipzig); Stellvertreter: Michael Brunner (Berlin); iGöldmoa(n): Winkelhöfer (Leipzig); Stellvertreter: Wittmann (Leipzig); Schreiwa: Walter Günther (Leipzig); Stellvertreter: Dr. Fischer (Leipzig); Beisitzer: Jakob (Berlin), Diener (Chemnitz), Eberl (Passau), Leipold (Nürnberg), Schaumburg (Arzberg), Dittricb (München) und Baumann (Leipzig). Als Jahresbeitrag waren 50 Pfennige für jedes Mitglied pro Jahr an den Reichsbund abzuführen und 10 v. H. vom Reingewinn einer jeden öffentlichen Veranstaltung. Geplant war die Gründung einer Gmoi in Plauen. Dies scheint jedoch nicht erfolgt zu sein. Über die Tätigkeit dieses Reichsbundes wissen wir nichts. In Anbetracht dieser wenigen Gmoin und der weiten Entfernungen dürfte die Tätigkeit des Reichsbundes nicht allzu rege gewesen sein. Später hören wir noch von Gmoin in Waldsassen, Dresden, Mittweida und in Leipzig scheint eine zweite Gmoi begründet worden zu sein. Auch in Österreich scheint sich später ein Dachverband der Egerländer Gmoin gebildet zu haben. Schon das Schicksal der vielen Heimatvereine in Wien wäre eines Betitrages wert, dessen Aufzeichnung sich ein Wiener Vetter einmal unterziehen sollte. Außer in Wien bestanden noch Gmoin in Linz, Wels, Graz, Salzburg (gegr. 1927).

In Übersee hören wir von Gmoin in Chicago (USA), Buenos Aires (Argentinien) und Porto Allegre (Brasilien). Eger hatte nach dem Weltkriege die Wiederbegründung des Bundes gesehen, Eger wurde aber auch der Sitz eines neuen Bundes Egerländer Heimatvereine. Das Heimatfest des Bundes hatte in Eger dem Gmoigedanken Tür und Tore geöffnet, denn in den Jahren 1921-23 entstanden in der Stadt selbst nicht weniger als 5 Gmoin, die später die Basis für den "Heimatbund der Eghalanda Gmoin, Sitz Eger", darstellten. Den Ursachen und Gründen, die zur Begründung des Heimatbundes führten, soll und kann auch im einzelnen nicht nachgegangen werden. Schon der Name des Bundes deutet einen Gegensatz zu den alten Gmoin in der Fremde an. Dazu kamen persönliche Gegensätze und Meinungsverschiedenheiten zweitrangiger Art. Einigkeit in diesen Kampfjahren wäre vielleicht besser gewesen, aber vielleicht hat gerade das Nebeneinander zweier Bünde zu größerer Kraftanstrengung in der Arbeit für die Heimat gegenseitig angeeifert. Erster Bundesvorsteher des Heimatbundes war Hafenrichter, dem später Christoph Reinl im Amte folgte. Ebenfalls wurde ein eigenes Verbandsorgan geschaffen, das "Egerländer Heimatblatt", von dem leider noch kein einziges Exemplar aufgetrieben werden konnte. Die Schriftleitung dieses Blattes hatte Hans Hofmann, der auch mit Hilfe des Heimatbundes ein Egerländer Wörterbuch herausbrachte. Die Errichtung der Dr.-Kempf-Warte auf dem Krudum im Kaiserwald ist dem Heimatbund und seinen Gmoin, allen voran Elbogen, zu verdanken. Die Kapelle in Schnecken wurde durch das Eingreifen des Heimatbundes vor dem Verfall gerettet. Zur Errichtung des Dudelsackpfeiferbrunnens in Eger wurde finanziell beigesteuert und eine Norbert-Wilhelm-Gedenktatel war geplant. Im sozialen Bereich wurden alljährlich Weihnachtsbescherungen für arme Schulkinder durchgeführt. Die Geldmittel hiezu gewann man durch den Verkauf der "Egerländer Zünder". Daß in gleicher Weise Mundart, Tracht, Brauchtum, Liedgut, Egerländer Trachtenstücke liebevolle Pflege fanden, braucht wohl nicht besonders erwähnt zu werden. Desgleichen wurde durch Veranstaltung von Heimatfesten der Verbreitung des Heimatgedankens gedient. Nur wenn beide Bünde im gleichen Sommer, in derselben Stadt, wie 1930 in Eger, ihre Heimatfeste begingen, hat mancher unwillig darüber den Kopf geschüttelt. Doch die Zeit heilt alle Wunden. In Komotau kam es im Juni 1938 zu Vorbesprechungen und auf dem Bundesfest in Altrohlau, allerdings dem letzten in der alten Heimat, kam es zur Vereinigung der beiden Bünde. Nach einer Zusammenstellung im Kalender für das Egerland 1938 zählte der Bodenbacher Bund 68 Gmoin, der Egerer Heimatbund l5 Gmoin und im Ausland existierten 23 Heimatvereinigungen der Egerländer. Bundesvorsteher blieb weiterhin R. J. Siegl, Stellvertreter wurde der Vorsteher des Egerer Heimatbundes Christoph Reinl. Als Tagungsort für das Heimatfest des geeinten Bundes war für das Jahr 1939 Graslitz ausersehen.

Der Weg zur gemeinsamen Arbeit war nun frei, aber der folgende Monat September war in seinem Ablauf recht bewegt und der 1. Oktober 1938 brachte die große politische Umwälzung, den Anschluß des Sudetenlandes an das Reich. Für den Bund kam damit aber eine Lahmlegung seiner Arbeit. Das Sudetenland sollte ein Reichsmustergau werden und ein Stillhaltekommissar untersagte vorerst die Tätigkeit aller Vereine. Einen Rechenschaftsbericht in Reichenberg über die geleistete Arbeit des Bundes brauchte R. J. Siegl nicht zu fürchten. Doch der Gauführung war der Aufbau der Parteiorganisation und ihrer Gliederungen vordringlicher und wichtiger. Vorerst kam durch die Stillegung die "Bundeszeiting" in Schwierigkeiten. Anfang 1939 wurde zwar die Stillehaltung des Bundes freigegeben, doch blieben noch hemmende Beschränkungen aufrecht. In der Folgezeit wurde der Bund vom Stillhaltekommissar dem Gauverband Sudetenland der Landsmannschaften und Trachtenvereine angegliedert. In der Zwischenzeit war das zweite Weltenringen ausgebrochen, das für jede Tätigkeit einen tiefen Einschnitt bedeutete, erst recht für heimatliche Vereinigungen. Auch sonst hatte sich vieles von Grund auf geändert. Als die ersten Hauptversammlungen abgehalten werden konnten, mußten sie in erster Linie bei den örtlichen Parteileitungen angemeldet werden. Die neuen Bundessatzungen wurden erst am 16. Juni 1941 genehmigt. Manche Gmoin hatten ihre Tätigkeit eingestellt. Die zahlreichen in Eger bestehenden Gmoin wurden amtlich gelöscht und das Vermögen war zum Ausbau der Eghalanda Gmoi Eger zu verwenden. Immer mehr bestimmte der Krieg das Alltagsgeschehen und lähmte die Arbeit des Bundes. Den schwersten Verlust erlitt wohl der Bund, als sein unermüdlicher Ekkehard R. J. Siegl am 8. Juli 1942 in Bodenbach von dieser Welt abberufen wurde. Sein Nachfolger wurde Ernst Bartl (Eger), der bisherige Bundesschreiwa, der die Geschicke des Bundes bis zum Katastrophenjahr 1945 zu leiten hatte. Damit hatte eine weitere, entscheidende Etappe des Bundes ihr Ende gefunden.

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