Bund der Eghalanda Gmoin e.V.
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Entstehung der Gmoin


Seff Heil:
Das Entstehen der Egerländer Gmoin

Immer schon zog es Menschen in die Ferne. Eine besondere Steigerung erfuhr diese Wanderbewegung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Viele Umstände waren dafür verantwortlich. Die Einführung der allgemeinen Schulpflicht und der Ausbau des Schulwesens zog viele Menschen in ferne Städte an die Hochschulen oder zur Berufsausbildung. Durch den Ausbau des Schienenweges war das Reisen viel einfacher geworden. Selbst von Eger aus konnte man nun mit der Bahn in die alte Kaiserstadt an der Donau nach Wien oder in die Hauptstadt Böhmens nach Prag oder gar ins "Reich" nach Berlin oder sonstwohin fahren. Während es früher nur Studenten und Handwerksburschen waren, die viele Jahre fern der Heimat verbrachten, waren es nun auch oft Industriearbeiter und Spezialisten, die in den fernen Städten gute Arbeit fanden. Das war die Zeit, in der auch viele Egerländer ihre Heimat verließen um zu studieren oder gutbezahlte Arbeit zu finden oder ihr Glück zu suchen.Das alles war der beste Nährboden für die Entstehung landsmannschaftlicher Vereinigungen. Erst einmal fand man sich zu kleinen Stammtischrunden zusammen, den sogenannten "Tafelrunden". In den Universitätsstädten entstand neben Wien (1860) und Prag (1872) auch in Graz (1881) ein "Egerländer Landtag". Der Name "Landtag" erinnerte noch an die Reichsunmittelbarkeit des historischen Egerlandes und an die ehemaligen Landtage, deren letzter am 23. Juli 1721 anläßlich der „Pragmatischen Sanktion" stattfand. Diese Landtage waren akademische Vereinigungen. Sie blieben den Studenten und Akademikern vorbehalten. Um auch den Nichtakademikern die Möglichkeit zu geben, sich in der Fremde landsmannschaftlich zusammenzuschließen, entstanden aus erst kleineren Tischrunden die ersten Eghalanda Gmoin (Egerländer Gemeinden).Etwa um 1860 entstand in Wien die Tischgesellschaft "Egerländer Landtag", aus dem 1981 der "Egerländer Verein" wurde und 1892 die "Egerländer Gmoi Wien". Bereits 10 Jahre vorher entstand die erste Eghalanda Gmoi in Brüx. 1882 entstand in Prag die Tischgesellschaft "Egerländer Verein". Mitte der Siebziger Jahre entstand in Marienbad die Tischgesellschaft "D' Låusstrickauer" und 1879 in Karlsbad die "Wormboda üawara Gmoi van rauthen Ochsen". Der 1881 in Graz gegründete "Egerländer Landtag" war bereits 1900 schon wieder erloschen. Von 1883 bis 1907 folgten 20 weitere Gmoigründungen. (Siehe Tabelle im Anhang).Im Gegensatz zu den studentischen Verbindungen wie Egerländer Landtag mit Hochschülern und Akademikern, waren die Gmoin offen für alle Egerländer, gleich welchen Standes. So kam es, daß die ersten Gmoin sich vorrangig um die neu in die Stadt gekommenen Landsleute kümmerten, ihnen bei der Wohnungs- und Arbeitssuche behilflich waren und somit viele soziale Verpflichtungen übernahmen. Am deutlichsten kommt die hilfreiche soziale Einstellung dieser ersten Gmoin im Untertitel der Gmoi Wien „Humanitärer Geselligkeits-Verein" zum Ausdruck. In allen Gmoin wurden regelmäßig Sammlungen veranstaltet, für in Not geratene Familien oder ganze Dörfer in der Heimat. Auf Anregung einer aus Chiesch stammenden Mouhm der Gmoi Bodenbach entstand ein "Egerländer Kinderwerk", das bis zum Jahre 1938 insgesamt 1 Million Kronen Spendeneinnahmen verzeichnete und damit mehreren tausend Kindern von Kriegerwitwen helfen konnte.Natürlich kam auch die "Egerländer Art" bei den ersten Gmoin nicht zu kurz. Die Mundart, vor allem aber das Musik- und Liedgut der Heimat, fand großen Zuspruch. Der gebürtige Böhmerwälder und später in Eger verheiratete Liedersammler Albert Brosch hat einmal in einem Aufsatz geschrieben:

"Von den verschiedenen deutschen Stämmen des Sudetenlandes sind es wohl die Egerländer, die am zähesten an ihrem alten Volkstum, an Brauch und Sitte und an Mundart und Volkslied festhalten, auch in der Fremde.Ja man kann ruhig behaupten, daß die Egerländer zu den sangesfrohesten und liederreichsten Volksstämmen überhaupt gehören".


Gerade diese, den Egerländern eigene Geselligkeit war es, die den Gmoin einen immer größeren Zulauf brachte. Über die Entstehung der ersten Gmoin, die Gründung des Bundes der Eghalanda Gmoin in Tetschen-Bodenbach und über "Die Arbeit der Eghalanda Gmoin bis zum Jahre 1945" berichtet ein ausführlicher Beitrag von Lois Eißner, den er anläßlich des Jubiläums "50 Jahre Bund der Eghalanda Gmoin" in unserer Stammeszeitschrift "Der Egerländer" im November 1957 veröffentlicht hatte. Lois Eißner hat sich mit der Erforschung dieser 50-jährigen Bundestätigkeit, die gerade für diese Chronik von großem Wert ist, sehr viel Arbeit gemacht, wofür wir ihm sehr dankbar sind.

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