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Egerlandtag und 47. Bundestreffen der Egerland-Jugend


 

Am Wochenende des 19.–21. Mai 2017 fand, wie alle 2 Jahre, der Egerlandtag in Marktredwitz statt. Zum zweiten Mal zusammen mit dem Bundestreffen der Egerland-Jugend. Das Motto lautete: “70 Jahre nach der Vertreibung-Jugendarbeit heute“.

Wahre Wohlfühltage waren das, sowohl für die Teilnehmer, als auch für die Gäste. Seit 1973 treffen sich in Marktredwitz alle zwei Jahre egerländer Heimatvertriebene aus ganz Deutschland zu diesem eindrucksvollen Fest. Die Egerländer verfügen, so kann man es durchaus ausdrücken, über drei Heimaten: Zum einen die Heimat aus der sie vertrieben wurden, die zweite Heimat in der sie nach der Vertreibung ihren neuen Lebensmittelpunkt begründeten und ihre dritte Heimat Marktredwitz. Das ist ihre heimliche Hauptstadt die vom Jahr 1341 bis zum Jahr 1816, also 475 Jahre lang, zur Freien Reichsstadt Eger gehört hat.

 

Empfang durch die Stadt

Aus Anlass des Egerlandtages und des Bundesjugendtreffens lud die Stadt am Freitag um 16 Uhr die Vorstandsmitglieder zu einem Empfang in das historische Rathaus der Stadt. Der 2. Bürgermeister Horst Geißel hieß die Gäste willkommen und unterstrich die Verbundenheit der Stadt mit den Egerländern.

 

Eröffnung der Sonderausstellungen

Um 18 Uhr bestand Gelegenheit, die Eröffnung der Sonderausstellungen „Das weiße Gold des Egerlandes“ und „Geschenkte Kunst“ im Egerland-Kulturhaus zu besuchen. Beide Ausstellungen sind noch bis zum 30. Juli 2017 zu sehen.

 

Musische Wettbewerbe der Egerland-Jugend

Die Teilnehmer des 47. Bundestreffens der Egerland-Jugend (EJ) trafen im Laufe des Freitagabends im Quartier, der örtlichen Mittelschule, ein.

Am Samstag begann die EJ um 9:30 Uhr mit ihren musischen Wettbewerben im Egerland-Kulturhaus. Bundesjugendführerin Christina Diederichs konnte im Saal viele Mou(h)men, Vettan, Måi(d)la u Bou(b)m in ihren bunten Trachten begrüßen. In den Bereichen Mundart, Tanz und Gesang, Instrumental und Gesang zeigten die Kinder-, Schüler-, Jugendgruppen und die Junge Generation, in wettbewerbsmäßiger Form, die tadellos eingeübten Tänze und Lieder. Keine leichte Aufgabe für die fünfköpfige Jury, alles zu bewerten.

Dies zeigte sich dann bei der Siegerehrung am Sonntag, die im Rahmen des Offenen Tanzen und Singens der Egerland-Jugend durchgeführt wurde.

Die jeweils Erstplatzierten waren:

Gesangsgruppen: Geretsried

Instrumentalgruppen: Geretsried

Kinder Singen: Geretsried

Kinder Tanzen: Geretsried

Schüler Singen: Geretsried

Schüler Tanzen: Geretsried

Jugend Singen: Stuttgart

Jugend Tanzen: Stuttgart

Junge Generation Singen: Stuttgart

Junge Generation Tanzen: Geretsried

Mundartecke: Simon Hammerschmied

Im Übrigen sind bundesweit etwa 400 junge Menschen mit Egerländer Wurzeln in der Egerland-Jugend organisiert.

 

Totengedenken

Die Egerländer ehren ihre Toten. Ein Teil des Programms galt dem Gedenken an die Verstorbenen. Die Festteilnehmer versammelten sich am Samstag um 13:00 Uhr auf dem Städtischen Friedhof und legten in Begleitung vom Monsignore Karl Wuchterl und dem Bischöfl. Geistlichen Rat Hans-Josef Bösl Kränze sowohl am Vertriebenen Gedenkstein als auch an den Gräbern von Seff Heil, Ernst Bartl, Adolf Horner und Leonhard Holzberger nieder. Musikalisch, in sehr feierlicher Form begleitet, hat den Friedhofbesuch die Gartenberger Bunkerblasmusik aus Geretsried unter der Leitung von Roland Hammerschmied.

 

Festliche Eröffnung des Egerlandtages und des Jugendtreffens

Um 14:30 wurde das Festwochenende im Egerland-Kulturhaus durch den Bundesvüarstäiha Volker Jobst und die Bundesjugendführerin Christina Diederichs eröffnet. Den ersten Festvortrag richtete der Abgeordnete des Bayerischen Landtages und Schirmherr des Treffens, Martin Schöffel, an die Gäste. Er verwies darauf, dass der Freistaat Bayern 1,6 Mio. € für die Modernisierung und energetische Ertüchtigung des Egerland-Kulturhauses zur Verfügung stellen wird; dabei sind Teilbeträge bereits geflossen. Als zweiter Festredner war der Vize-Präsident des Bundes der Vertriebenen, Christian Knauer, anwesend. Seine Eltern kommen aus Schlesien. Er betonte die Wichtigkeit, die alt- hergebrachte Kultur zu erhalten und sie mit Leben zu erfüllen. Weiter zeigte Knauer den Wandel der Einstellung zum Vertreibungsgeschehen auf, der auch in erheblichen Teilen der tschechischen Bevölkerung insbesondere bei der Jugend und den Intellektuellen auszumachen ist. Es wächst die Einsicht von Unrecht und Schuld.

 

Festzeltbetrieb und „Egerländer Notenbüchl“

Nach Öffnung des Festzeltes am Egerland-Kulturhaus gab es Gelegenheit hier das Abendessen einzunehmen. Das Zelt war gut gefüllt, als pünktlich um 19:30 Uhr der Volkstumsabend „Egerländer Notenbüchl“ begann. Unter der erfahrenen Leitung von Roland Hammerschmied moderierten Lena Jobst sowie Marius und Simon Hammerschmied den Abend. Die Gartenberger Bunkerblasmusik und zahlreiche Gruppen der EJ sorgten mit Tanz- und Gesangseinlagen für eine ausgelassene Stimmung. Zum Ausklang spielte dann wieder die Gartenberger Bunkerblasmusik auf.

 

Festgottesdienst

Der Sonntag begann um 9.30 Uhr mit dem katholischen Festgottesdienst. 14 Eghalanda Gmoin zogen mit ihren Fahnen, angeführt vom Bundesbanner und den EJ-Fahnen ein. Der Regensburger Weihbischof Dr. Josef Graf zelebrierte zusammen mit Monsignore Karl Wuchterl den Gottesdienst. Der Bischof betonte in seiner Predigt mehrmals: „Haltet die Heimat heilig“! Musikalisch umrahmten den Gottesdienst die Egerländer Blaskapelle Waldkraiburg unter Leitung von Anton Lenhart und der kraftvolle Chor der Egerland-Jugend, der die Schubert Messe in Teilen und in Egerländer Mundart sang.

 

Offenes Tanzen und Singen am Egerlandbrunnen

Die Egerland-Jugend lud bei Kaiserwetter zum offenen Tanzen und Singen am Egerlandbrunnen ein. Der sprudelnde Brunnen, blauer Himmel, grüne Wiesen, die bunten schönen Trachten, funkelnde Blasinstrumente, EJ`ler in guter Stimmung und ein interessiertes Publikum sorgten für ein eindrucksvolles Bild vor dem Egerland-Kulturhaus.

Bundesjugendführerin Christina Diederichs nahm sich die Zeit, die einzelnen Gruppen vorzustellen und deren Engagement sehr persönlich zu würdigen. Dies erfreute natürlich jeden Gruppenteilnehmer und erst recht die anwesenden Gruppenleitungen. Bei diesem Veranstaltungsteil wurde erneut deutlich und für jeden sichtbar, dass die Egerland-Jugend eine große bunte Familie ist.

 

Festakt im Zelt

Der Festakt, der politische Höhepunkt des Treffens, begann um 13:30 Uhr im Festzelt. Nach der Begrüßung durch den Bundesvüarstäihas Volker Jobst, der dem Freistaat und der Stadt Marktredwitz ein dickes Lob dafür aussprach, dass die zugesagten Finanzmittel das Egerland Kulturhaus fit für die Zukunft machen werden. Er erinnerte daran, dass auch die Egerländer selbst in schwierigen Zeiten ihren Teil dazu beigetragen hätten. Darüber hinaus brach er eine Lanze für die heutige Jugend, die ein Spiegelbild jeder Gesellschaft sei und weder besser noch schlechter sei als früher. Oberbürgermeister Oliver Weigel kündigte eine stete Weiterentwicklung des Egerlandmuseums an und freute sich ebenfalls über die Zuschüsse aus München. Mit deutlicher Erhöhung der jährlichen institutionellen Förderung auf 150.000 Euro könne das Haus auch seinen Bemühungen, Egerländer Brauchtum und Kultur zu bewahren, bedeutend besser nachkommen. Schirmherr und MdL Martin Schöffel verwies auf die Bedeutung der mehr als 800-jährigen Egerländer Kultur. Er ging auf die guten bayerisch-tschechischen Beziehungen ein. Die Egerländer leisteten mit ihrer Arbeit auch einen Beitrag zum Zusammenwachsen dieser Region.

Staatsministerin Emilia Müller hat bei ihrer Festansprache den Beitrag der heimatvertriebenen Egerländer zum Wiederaufbau Bayerns, aber auch für Europa gewürdigt. Sie verurteilte jede Art der Vertreibung aus der Heimat als Unrecht. Deshalb bekenne sich der Freistaat auch zu seiner Verpflichtung gegenüber den Egerländern. Das werde mit einer Zuwendung von 1,6 Millionen Euro für die energetische Sanierung und den Umbau des Egerlandkulturhauses in Marktredwitz deutlich. Das Thema des gemeinsamen Treffens "70 Jahre nach der Vertreibung-Jugendarbeit heute" spanne einen weiten Bogen von der unrechtmäßigen Vertreibung über die Gegenwart bis in die Zukunft.

Die Pflege der Kultur und des Brauchtums ist wichtig für die Zukunft. Das Land brauche Menschen, die sich zu ihren Wurzeln bekennen. Toleranz und Offenheit bedeute aber nicht, die eigenen Werte aufzugeben. Jeder, der zu uns kommt, muss sich an den Werten hier orientieren und nicht umgekehrt. Europa ist eine Wertegemeinschaft; sie wandte sich gegen jede Art von Extremismus, ob von links oder rechts. Lang anhaltender Beifall für dieses Bekenntnis der Ministerin.

An die Schrecken der Vertreibung zu erinnern, aber auch Brauchtum und die Geschichte der Egerländer zu erhalten, seien Einrichtungen wie das Egerlandmuseum notwendig. Dieses Museum sei ein einzigartiges Schmuckkästchen. Abschließend bekannte sie, dass ohne die Egerländer Bayern nicht das geworden wäre, was es heute ist. Der Freistaat bildet schon seit langem die Spitze der deutschen Länder.

Daran schloss sich ein Heimattreffen im Festzelt an. Man konnte sich mit Verwandten, Bekannten und  neu Kennengelernten austauschen und zufrieden auseinandergehen.

 

Erkenntnisse des Festwochenendes

  • Bei allen beteiligten Personen hat sich die Erkenntnis gefestigt, dass die Zusammenlegung des Egerlandtages mit dem Bundesjugendtreffen alle zwei Jahre der richtige Schritt war und ist.
  • Dass ein Egerlandtag und ein Bundestreffen der Egerland-Jugend noch immer in der Lage sind einen Weihbischof, eine Staatsministerin, einen Ministerialrat, einen Landrat, einen Abgeordneten, zwei stellvertretende BdV-Präsidenten, einen stellvertretenden SL-Bundesvorsitzenden und SL-Landesvorsitzenden, einen Oberbürgermeister, zwei Bürgermeister und mehrere Stadträte nach Marktredwitz zu locken.
  • Dass auch bei sinkenden Mitgliederzahlen die Egerländer die Fahnen hoch halten und zum egerländer Brauchtum und zu ihrem Vereinssitz in Marktredwitz stehen.
  • Die Egerland-Jugend unter ihren Führungen in den Gmoin, in den Ländern und im Bund ein feiner Haufen junger bekennender Egerländer ist.
  • Ein schöner Egerlandtag und ein erlebnisreiches 47. Bundestreffen der EJ von den Verantwortlichen organisiert wurde.

Dank

Der Bundesvüarstäiha und die Bundesjugendführerin bedanken sich bei allen Helfern vor Ort für ihr überdurchschnittliches Engagement über Wochen. Besonders genannt sollen hier die Helfer aus der Egerländer Gmoi Marktredwitz, die Mitarbeiter der Stadtverwaltung Marktredwitz und die Mitarbeiter des Egerland-Kulturhauses genannt werden.

Vielen Dank an das bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration für die finanzielle Förderung der Veranstaltung.

Der aller größte Dank soll die Personen erreichen, die durch ihren Besuch und ihre Teilnahme an den Veranstaltungen den betriebenen Aufwand erst rechtfertigten. Bitte lasst nicht nach und erzählt den zuhausegebliebenen Freunden und Mitgliedern von Euren Eindrücken.

 

Dr. Egon Ziegler und Volker Jobst

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